Gruft

Ursprünglich führten zwei Eingänge in die Herrschaftsgruft. Ein Zugang führte von der Epistelseite der Kirche über 12 Stufen in die Gruft. Hier lag der Neidegg-Stein (Herzschild, 1442) unter dem Mesnerstuhl. Pfarrer Petschan ließ 1914 diesen Eingang zumauern.

In der Gruft ruhen 22 Menschen, darunter zum größten Teil Mitglieder des Hauses Spindler bzw. Lempruch und drei Geistliche, die mit der Leitung der Pfarre Albrechtsberg betraut waren.

1839 verkaufte der Verwalter Alois Hofbauer die Metallsärge und ließ die Leichen in Holzsärge umbetten. Sechs Särge waren offen und dadurch konnte man die Leichen, die derart gut mumifiziert waren, dass man sogar die Adern und Nägel erkennen konnte, besichtigen. Eine ungewöhnlich große Männerleiche, die des Matthias Spindler (1695), war eine kleine Sensation der Gruft.

Viele Jahre hindurch war die Gruft zu Allerseelen für die Bevölkerung zugänglich. Sie wurde dann aber abgesperrt und letztendlich auf Drängen einiger Privatpersonen zugemauert, was befürchten lässt, dass sich dadurch das Mikroklima in der Gruft maßgeblich verändert hat, was die Zerstörung der mumifizierten Leichen als Folge haben könnte.

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Fotos: Waldtraud Fischer, Albg.

CB2009

(nach: Biedermann, Stephan: Albrechtsberg a.d. Gr. Krems. Seine Pfarr- u. Herrschaftsgeschichte. Niedergrünbach 1926)